Montag, 11. Juni 2007

Konsumverhalten TV

Einleitung

In diesem Post geht es darum, das Fernsehkonsumverhalten der Kinder im Bezug auf Betroffenheit, Bedürfnissen und Handlungsbedingungen zu analysieren um anschliessend ein mögliches Umsetzungskonzept für die Mittelstufe zu erstellen. Das Ziel des Konzeptes wird es sein, die Schülerinnen und Schüler in Bezug auf ihr Fernsehkonsumverhalten zu sensibilisieren. Einige Fragen, die sich die Kinder stellen sollen sind: Was schaue ich mir da eigentlich an? Wie lange schaue ich fern pro Tag/Woche? Was könnte ich als Alternative zum TV machen?

Der ganze Bericht befasst sich mit einer These: „Verändern sich die Bedürfnisse und Handlungsbedingungen eines Menschen, verändern sich als Folge davon auch sein Verhalten in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung seines Lebensumfeldes“ (Dozententeam, 2007).

Betroffenheit

Seit den fünfziger Jahren hat die Bildröhre stark an Bedeutung gewonnen. An Stellen von Gesellschaftsspielen, mit welchen früher die ganze Familie die Abende verbrachten, wird heute immer öfter fern gesehen. Statt draussen zu spielen wird Sendung um Sendung reingezogen. Vor allem Kinder und Jugendliche finden zunehmend gefallen am TV. Eine Studie beweisst, dass junge Menschen im Alter von 6-16 Jahren im Durchschnitt zwei Stunden vor dem Fernseher verbringen. Als Folgen des angestiegenen Konsums kann die zunehmende Fettleibigkeit und Gewaltbereitschaft gezählt werden. Weitere Punkte sind:

  • Konzentrationsstörungen
  • motorische Störungen durch Bewegungsmangel
  • Schlafstörungen, Realitätsverlust (Gewalt, Sexuelle Vorstellungen)
  • Handlungsunfähigkeiten in der Realität
  • Fantasieverlust durch passives Verhalten
  • Überforderung durch Reizüberflutung,

Analyse der Bedürfnisse

Das Konsumverhalten von TV wird unserer Meinung nach von den folgenden Punkten motiviert:

  • Permanente Informationsaktualisierung (Technik, Wissen, Sport, Trend, Mode etc.)
  • Unterhaltung
  • Form der passiven Erholung
  • Gemeinschaftsaktivität (Filmabend)
  • Fernseher als Prestigesymbol
  • Beschäftigungsinstrument bei Langeweile
  • Realitätsflucht
  • Kommunikationsinhalt im Alltag

Analyse der Handlungsbedingungen

Folgende Punkte wähnen wir als Voraussetzungen oder als Auslöser für das Verhaltensmuster beim TV-Konsum:

  • Informationspflicht über die neuesten Nachrichten ist in gesellschaftlicher Hinsicht grösser geworden
  • Das Wissen um die neuesten Medieninhalte wird als Voraussetzung für die Gesellschaftsfähigkeit angesehen.
  • Anschaffungspreise für einen Fernseher ist enorm gefallen
  • Auswahl der Fernsehkanäle gestiegen

Fachliche Aufarbeitung

  • Kinder und Fernsehwerbung:

http://www.schau-hin.info/index.php?id=80

  • „Unbedenkliche“ Kindersendungen:

http://www.schau-hin.info/index.php?id=627

  • Begründung, warum Eltern ihre Kinder Fernsehen lassen:

http://www.schau-hin.info/index.php?id=619

  • Journalistische Verantwortung:

http://www.schau-hin.info/index.php?id=395

  • Kinder wollen bereifen:

http://www.schau-hin.info/index.php?id=361

  • Vielfalt der neuen Sender:

http://www.schau-hin.info/index.php?id=275

  • Auswirkungen Studie:

http://www.kindergartenpaedagogik.de/1335.html

  • Auswirkung Studie:

www.fu-berlin.de/studienbewerber/studienkolleg/pdf/muster_at.pdf

Umsetzungskonzept für eine 3. oder 4. Klasse

Ziel: Kinder wählen gezielt und gewollt ein für ihr Alter geeignetes Fernsehprogramm aus dem schweizerischen Fernsehnetz.

Annäherung 1: Jedes Kind führt über eine Woche ein Fernsehtagebuch, in dem es festhält, was es schaut (Name der Sendung), um welche Zeit und wie lange (Dauer).

Annäherung 2:

Rahmengeschichte mit einem alten Fernseher als „Leitfigur“, Behandlung der technischen Entwicklung (geschichtlicher Aspekt)

Aufbau (LP initiiert):

  • Was bedeutet es für mich, wenn ich pro Tag 2 – 3 Stunden fernsehe? Was sind die Auswirkungen auf mein Gehirn und auf mein Leben allgemein (z.B. Leben in der virtuellen, unechten Welt)?
  • Was für Programme gibt es überhaupt?

o Welche interessieren mich?

o Wie wähle ich diese aus?

o Wann sage ich Nein und stelle das Gerät ab?

o Wofür kann ich den Fernseher gebrauchen (z.B. für Informationen)?

  • Führung bei TV Ostschweiz: Kinder dürfen den Experten Fragen stellen.

Durcharbeiten/Üben:

  • Gruppenarbeit: Kinder erarbeiten in Gruppen ein eigenes Fernsehprogramm, das sie als sinnvoll und ihrem Alter entsprechend beurteilen (z.B. eine Reportage über das Leben auf dem Bauernhof). Teile daraus nehmen sie exemplarisch auf Video auf. Sie stellen einander ihre Konzepte vor und begründen es.

Anwenden/Selbstüberprüfung:

  • Fernsehtagebuch: Die Kinder führen noch einmal über eine Woche ein Fernsehtagebuch. Sie reflektieren es mit folgender Leitfrage: Wie hat sich mein eigenes Konsumverhalten verändert?

Qualitätsmerkmale

Fokus Kind:

Kindgemässheit: Rahmengeschichte mit Rahmenfigur, Kinder bringen eigene Erfahrungen ein

Lebensnähe: TV gehört zum Alltag der Kinder

Gegenwartsbezug / Zukunftsbedeutung:
Durch steigernde Anzahl an Sendern wird die Auswahl immer anspruchsvoller. Trennung von Realität und Virtualität nimmt an Wichtigkeit zu.

Fokus Sache:

Sachgemässheit: geschichtliche und technische Entwicklung des Fernsehens.

Multiperspektivität: geschichtlicher, technischer, biologischer, wirtschaftlicher, psychologischer Aspekt.

Vernetzung: Individuum und Gesellschaft, Deutsch, Geschichte, Technik

Wert- und Sinnorientierung:

materieller, virtueller und informeller Wert unterscheiden lernen à Selbstreflexion über eigenes mediales Konsumverhalten

Fokus Lernen:

Exemplarizität: Fernseher als Sinnbild für informelle virtuelle Welt
Problemorientierung/exploratives Lernen:

Erforschung des eigenen Konsumverhalten durch Fernsehtagebuch

Handlunsorientierung:
Zusammenstellung eines eigenen Fernsehprogrammes

Originale Begegnung/Realanschauung:

Exkursion TV Ostschweiz

Prozess- und Ergebnisorientierung:

Bewussteres Fernsehkonsumverhalten

Chic, Oli, Chaib, Quanito

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