Donnerstag, 26. April 2007

3500-Watt Gesellschaft

Zur Zeit sind Berichte über nachhaltige Zukunft bereits täglich in den Medien zu hören, lesen und sehen. Der Klimawandel beschäftigt den Erball immer mehr. Auch heute schreibt der Tagesanzeiger über den Energieverbrauch und Emissionen. Dieser Post berichtet über einen Wissenschaftler, welcher behauptet, dass die 2000-Watt-Gesellschaft kaum möglich sein wird, 3500 Watt seien schon viel realistischer.

Der Weltgipfel in Rio de Janeiro in den Neunzigern sprach von der 2000-Watt-Gesellschaft. Soviel Energie verbraucht ein Erdbürger im Schnitt. Dabei scheint klar, dass westliche Länder viel mehr beziehen als Drittweltländer. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei knapp 5000 Watt pro Schweizer pro Tag. Darum setzte sich die Eidgenossenschaft die 2000-Watt Grenze bis zum Jahre 2050. Der Direktor des Paul-Scherrer-Instituts in Villigen behauptet nun, dass diese Grenze kaum erreichbar sein wird, weil sich nun der Mensch nicht immer ideal verhalten kann. Er spricht dabei die Verhaltensweise des Menschen an, denn technisch sei die 2000-Watt Vision wahrscheinlich erreichbar, aber ob sich der Mensch auch immer daran festhält, bezweifelt er.
Dieses Beispiel zeigt die Einflüsse des Nachhaltigkeitsdreieckes deutlich. Für die nachhaltige Entwicklung sind drei Aspekte von Nöten, der ökologische, der ökonomische und der soziale Aspekt. Der ökologische scheint in diesem Bericht sehr offensichtlich zu sein, eine Reduktion des Energieverbrauch senkt die Emissionen und soll uns vor der Klimakatastrophe bewaren. Die Ökonomie spricht von der technischen Realisierbarkeit, denn wirtschaftlich könnte dieses Vorhaben gelingen. Jedoch stellt der Mensch, der soziale Faktor, sein Wille und Konsequenz eine tragende Rolle. Wie der Direktor behauptet, ist der Mensch nicht perfekt und wird sich darum auch nicht immer daran halten. Darum sei eine 3500-Watt-Gesellschaft bis zum Jahr 2050 viel realistischer.
Das Paradoxe ist nun, dass wenn wir CO2 Emissionen senken wollen, auf mehr elektrische Energie angewiesen sind. Das Thema CO2-Reduktion ist momentan von wichtigerer Bedeutung als die Reduktion der elektrischen Energie. Somit wird der Energieverbrauch sehr wahrscheinlich noch mehr ansteigen und dies nur zum Schutz unserer Atmosphäre. Leider nicht, denn die Gewinnung von Strom ist ebenfalls mit Emissionen verbunden. Zum Schluss kann gesagt werden, dass die unbeliebten Kernkraftwerke sehr wahrscheinlich die Sieger unter den Energiekraftwerken sein wird.
Es scheint offensichtlich, dass die geplanten Emissionsreduktionen die Klimaveränderung verlangsamen oder gar stoppen soll. Wichtig meines Erachtens scheint mir, dass endlich mal auch in Parlamenten und Medien vermehrt über die Thematik des Klimawandel und seine Ursachen diskutiert wird. Nun müssen nur noch Taten folgen, und zwar nicht nur von der Politik, sondern auch von jedem einzelnen Energieabnehmer.

1 Kommentar:

Luke Skywalker hat gesagt…

Ich finde das Paradox, das du in deinem Post beschreibst sehr spannend: Wenn man die CO2 Emission reduzieren möchte, so müsste man mehr Strom verbrauchen. Die Erzeugung von Strom ist aber wieder mit Emissionen verbunden. Die Thematik gewinnt darüber hinaus zudem an Brisanz, weil gewisse Staaten Modernisierung rasant zulegen. In wenigen Jahren wird es noch viel mehr Autos und Industrie geben. Von der Wirtschaft bewundert schielen alle auf die Autoindustrie. Das grosse Vorbild mit Wachstum ohne Ende. Auf welche Kosten? Auf Kosten der Umwelt. Soll ja noch jemand, welcher oder welche Autos fährt oder in der Industrie arbeitet noch irgendetwas von Umweltschutz sagen. Wir sind noch weit davon entfernt überhaupt im Ansatz ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu haben. Arbeiten wir daran.