Donnerstag, 19. April 2007

Klimawandel und erste Gedanken


Der Klimawandel ist eine Tatsache, die niemand mehr weg- oder schönreden kann, insbesondere seit unlängst der Präsident der USA den Zusammenhang von Treibhausgasaustoss und Klimawandel zugab.
Vor allem in Europa macht man sich schon länger an Alternaivlösungen zu schaffen.
Häuser mit besseren Isolationen und Energiemanagement (Minergie) sind bei uns auf dem Vormarsch. Autos mit nicht fossilem Antriebsstoff, wie Wasserstoff und Solarelektrizität, liegen voll im Trend.
Einerseits ist sicher das ökologisch-ökonomisch-soziale Umdenken dafür verantwortlich, da wir um unsere Weltabhängigkeit wissen. Andererseits ist auch der kostensparende Aspekt nicht zu unterschätzen. Was aus Sonnenenergie kostengünstig bezogen werden kann, muss nicht aus teuren und begrenzten Ressourcen geschöpft werden.
Erschreckend wirken auf mich aber zum Beispiel die Lebensmitteltransportpolitik und der Automobiltrend der sich abzeichnet.
Erdbeeren aus Spanien, Trauben aus Südafrika und Indien, Steack’s aus Amerika und Kiwies aus Brasilien.
Unsere Gesellschaft ist sich gewöhnt alles jederzeit zu bekommen und kümmert sich nicht um saisonale und regionale Vorkommnisse von Lebensmittel. Das ist der Grund, dass Lebens-mittel über grössere Distanzen transportiert werden müssen. Zusätzlich wird der Transport vorzüglich mit Fahrzeugen getätigt, die mit fossilen Brennstoffen (Benzin, Diesel, Kerosin etc.) angetrieben werden, was den CO2 Ausstoss fördert und den Klimawandel vorantreibt (ohne die Energiebilanz zu beachten!!!).
Die Tendenz zu immer grösseren und leistungsstärkeren Fahrzeugen, vorzugsweise SUV’s (luxuriöse Offroader), scheint unaufhaltbar. Je grösser die Autos, desto gewaltiger die Motorisierung und grösser der Ausstoss von Treibhausgasen.

Einerseits ist die eingeschlagene Richtung gut und auch beruhigend. Andererseits gibt es wieder Gegenströmungen, die kontraproduktiv wirken.
So lange unser Individualismus und unser egozentrisches Denken die treibende Kraft ist, stecken wir in einer Sackgasse fest. Sobald langfristiges, nachhaltiges und vernetztes Denken (ökologisch-ökonomisch-sozial) verbreitet ist, gib es meiner Meinung nach eine Kehrt-wende.

Der letzthin veröffentliche Klimabericht stimmt mich aber wieder hoffnungsvoll, da nach diesem der Klimawandel mit drastischen Massnahmen jetzt noch gestoppt werden könnte.

2 Kommentare:

Chic hat gesagt…

Ich finde es interessant, wie du erwähnst, dass sich unsere Gesellschaft in ihrem Egoismus nicht um saisonale und regionale Vorkommnisse kümmert. Es ist nämlich nicht lange her, als mir bewusst wurde, wie unsicher ich im Zuordnen von Gemüse und Saison bin, da praktisch jedes Gemüse zu jeder Zeit käuflich ist. Das einzige Negative daran ist natürlich nicht die Wissenslücke, sondern, wie du treffend beschreibst, dass durch den Transport der Lebensmittel der CO2 Ausstoss gefördert wird und so die Klimaerwärung vorangetrieben wird.

Chaib hat gesagt…

Du hast sehr differenziert über die positiven Punkte und die Defizite in der nachhaltigen Entwicklung berichtet. Der letzte Abschnitt stimmte mich dabei sehr nachdenklich. Der Klimabericht schreibt, dass der Klimawandel noch gebremst werden "könnte". Für mich heisst das, wenn alle ( 1. und 2. Weltländer) mitmachen würden, könnte die vermeintliche Katastrophe noch verhindert werden. Was ich damit sagen möchte ist, dass ich die Spezies Mensch gut kenne, ich bin ja selbst einer davon, und diese gehen gewöhnlich den Weg des geringsten Widerstandes. Wir haben uns mittlerweile an einen hohen Grad an Luxus gewöhnt und verzichten nur ungern darauf. Plötzlich sagen uns Politiker, wir sollen mehr den ÖV und das Fahrrad brauchen aber sie selber werden mit einem 7l-Audimotor herumchauffiert. Wir Ottonormalverbraucher sind wie Kinder - wir verhalten uns so, wie wir es vorgelebt bekommen.