Mittwoch, 18. April 2007

Mahagoniholz vs. FSC

Da surfe ich wieder einmal mehr auf ebay rum und muss plötzlich stutzen. Per Zufall entdecke ich ein Angebot eines Miniatur Babybettes aus Mahagoni für sage und schreibe CHF 17.50. "Wer kauft denn sowas!" denke ich und gebe im Suchfeld mal den Begriff "Mahagoni" ein. Ich bin entsetzt darüber, was für "idiotische" Dinge aus Mahagoni angeboten werden.

Der Raubbau an den "grünen Lungen" unserer Erde zieht seine Spur bis auf unsere Ladentische. Ich hätte nicht gedacht, dass in der "zivilisierten" und aufgeklärten Schweiz solche Freveltaten noch geduldet werden.

Szenenwechsel: Ich haste im Do-it-yourself-Laden zwischen den Regalen durch und suche die Bastelabteilung. Ein unbehandeltes Holzkästchen zieht meinen Blick auf sich. Ich nehme das Kästchen in die Hand und betrachte es genauer. Auf der Rückseite steht das Label
FSC. Für diejenigen, die diese Abkürzung nicht kennen: Der FSC (Forest Stewardship Council) ist eine gemeinnützige internationale Mitglieder-Organisation, unterstützt von allen grossen Umweltverbänden, von sozial engagierten Organisationen und der Wald- und Holzbranche. Der FSC ist unabhängig und verfolgt keinerlei finanziellen Interessen. Er setzt sich weltweit ein für eine umweltgerechte, sozial verträgliche und wirtschaftlich tragbare Waldwirtschaft.

Mein naturverbundenes Herzchen macht einen kleinen Freudensprung und meine Aufregung über das
Miniatur Babybette aus Mahagoni flacht ein wenig ab. Ich freue mich, dass es noch vernünftige Leute gibt, die Verantwortung für eine nachhaltige Holzbewirtschaftung übernehmen.

Jeder Mensch, der schon mal was über die Regenwälder gehört hat, weiss, wie wichtig es ist, dass das Leben auf der Erde - zumindest so, wie wir sie kennen - davon abhängt, ob das Holz unserer "grünen Lunge" nachhaltig bewirtschaftet wird oder eben nicht. Durch den Raubbau der tropischen Regenwälder wird aufgrund von Forschungsergebnissen mit grosser Wahrscheinlichkeit das Erdklima lokal, regional wie auch global negativ beeinflusst (nachzulesen auf: http://www.tt.fh-koeln.de/publications/itt96.pdf).

2 Kommentare:

Oli hat gesagt…

Da kann ich dir nur zustimmen!
Leider wir in der heutigen Zeit sehr kurzfristig und meistens nur profitorientiert gedacht. Wenige Unternehmer sehen, dass ein offensichtlicher Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit im Umgang mit dem "Blauen Planeten" und lanfristegem (kurzfristig vielleicht etwas geringerem) Profit besteht.
Mit der Abholzung unserer "Grünen Lunge" wird ein Mechanismus losgetreten, der weitere unvorhersehbare Probleme mit sich bringt. Einige spüren wir bereits heute im Ansatz.

Beispiele:
- Verödung der abgeholzten Lanschaft
- drastische lokale Wetterveränderungen
- weltweit unvorhersehbarer Klimaeinfluss
- Rückgang der Tieratenvielfalt
- Krankheiten durch neu angepflanzte Monokulturen
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Doris hat gesagt…

Ich habe deinen Bericht so richtigehend verschlungen..
Vor ca. zwei Wochen habe ich in einer Zeitschrift einen Bericht über Bruno Manser (er war zu seinen Lebzeiten der bekannteste Schweizer Regenwaldschützer und Menschenrechtsaktivist) gelesen.
Jahrelang lebte Bruno Manser mit den Penan im Regenwald und war dadurch konfrontiert mit der rasanten Zerstörung des Regenwaldes durch die Holzindustrie. Er half er den Penan, gegen das Vordringen der Holzfäller Widerstand zu leisten, und wurde zum internationalen Sprachrohr des bedrohten Urwaldvolkes. Seit 7 Jahren gilt Bruno Manser als verschollen.

Es wäre so schön, wenn sich viele Menschen so einsetzen würden wie der von mir hochgeachtete Bruno Manser. Unsere Aufgabe als Lehrperson besteht darin, die Kinder auf die verschiedenen Probleme aufmerksam zu machen und sie zu sensibilisieren.