Das Leben an sich hat seine dunklen wie auch schönen Seiten. Ohne nun realitätsfremd zu sein, bin ich überzeugt davon, dass das Leben - zumindest so wie ich es erlebe - mehr Schönes als Dunkles zu bieten hat. Es kommt nur auf meine Wahrnehmung drauf an, ob ich willens bin, mich der guten und herrlichen Dingen öffnen tue oder nicht. Selbst der Pessimist kann sich davon ein Stück abschneiden. Ironischerweise ist der Optimismus lebensbejahender, dafür lebt der Pessimismus länger...
Die Schönheiten des Lebens beginnen im Kleinen und Unscheinbaren: eine Blume in der Wiese, ein Lächeln eines unbekannten Menschen, eine bewusst wahrgenommene Umarmung, Zeit haben für sich und für andere, sich langweilen, Sternstunden eines Gesprächs, vorbeiziehende Wolkenformationen am Himmel, ein Erkenntnisschlag etc.
Ich könnte die Liste x-beliebig weiterführen und auch "schwierige" und "dunkle" Lebensmomente aufführen, denn erst durch diese erfahre ich das Leben. So wie auch der Tod uns erst den Wert des Lebens gibt. Ohne den Tod würden wir uns niemals nach dem Sinn des Lebens fragen...
Das Bild zeigt mich - ohne narzisstischen Selbstdarstellungshintergrund - auf der Dune du Pyla, wo ich vor einigen Jahren eine herrliche Zeit mit meiner Freundin verbracht habe und soll einen Teil meiner Lebensfreude der Leserin/dem Leser weitergeben.Der weltweiter Klimawandel ist - zumindest in unseren Breitengraden - ein bewusst wahrgenommenes Problem. Ich stelle mit Freude fest, dass das Thema in diesen sonnigen und aussergewöhnlich heissen Tagen praktisch in aller Munde ist. Die Zeitungen, Radio- und Fernsehsendungen sind auffällig gefüllt mit Meinungsäusserungen und Forschungsprognosen über den Klimawandel.
Es fällt mir einfacher, meine Achtsamkeit im Alltag aufrechtzuerhalten, wenn ich sehe, dass es auch andere Menschen gibt, die schonend mit der Umwelt umgehen und sich für eine Nachhaltigkeit des Klimas einsetzen. Das Leben ist lebenswert, weil wir gemeinsam ein sinnvolles Ziel anstreben: eine nachhaltige Welt für uns, für unsere Nachkommen und für jedes Lebewesen auf diesem blauen Planeten.
3 Kommentare:
Wie du schon angetönt hast, würde niemand nach dem Sinn des Lebens fragen oder sich mit der Endlichkeit des Lebens rumplagen, wenn das einzelne Leben nicht endlich wäre.
Das ist der Preis unseres hoch entwickelten Verstandes. Wir brauchen stets eine Antwort auf jede erdenkliche Frage und forschen nach dem Sinn.
Die Gefahr des stetigen Sinnierens ist, dass ein Tunnelblick entstehen kann und wir starr durchs Leben eilen. Die einfachen, die schönen Dinge und die kleinen Wunder der Natur, des Lebens werden übersehen.
Wieso kann sich ein Erwachsener nicht wie ein Kind über Geschehnisse der Natur freuen?! Wieso messen wir unsere Lebensqualität am finanziellen Status?! Wir sind uns selber sehr fremd geworden und haben teilweise die Verbindung zur Natur gekappt. Eine künstliche Welt (Konstrukt des Menschen) ersetzt uns mittlerweile die "echte" Mitwelt.
Um die "Überlebenskurve" zu kriegen bleibt uns nichts anderes übrig, als dass wir unseren Lebensraum nachhaltig schützen.
Meine Motivation besteht darin, dass es noch nicht zu spät für ein Umdenken und Handeln ist.
Oliver Riederer LGE 04
Ich möchte Bezug nehmen auf den eindrücklichen Abschnitt deines Posts, in dem du beschreibst, dass uns erst der Tod den Wert des Lebens gibt. Damit hast du ein Thema angschnitten, das noch immer ein Tabu ist in unserer Gesellschaft - der Tod wird aus Angst verdrängt, obwohl er Teil des Lebens ist. Deine diesbezüglichen Ausführungen haben mich stark erinnert an mein Lieblingsbuch von Paulo Coelho, "Veronika beschliesst zu sterben". So düster der Titel auch kling, so beglückend ist der Inhalt. Er handelt von einer unglücklichen jungen Frau, die sterben will und erst angesichts des Todes entdeckt, wie schön das Leben sein kann, wenn man darum kämpft und etwas ristkiert. Ob wir in unserer Wohlstandsgesellschaft einfach zu wenig für unser Glück, unsere Freiheit und unser Leben kämpfen müssen? Psychische Krankheiten sind ja, wie auch die Geschichte gezeigt hat, ein Phänomen der Wohlstandsgesellschaften. Damit unsere glückliche Lage auch ein Segen für unser Leben wird, müssen wir, wie du es beschreibst, auf die kleinen Schönheiten achten - achtsam durchs Leben gehen.
Natalia Matsubayashi (04E)
ja, das mit den Momenten geniessen ist so eine Sache... Vor allem in unserer Zeit, wo man gleich wieder auf die Uhr schielt und mit den Gedanken schon wieder beim Nächsten und Übernächsten ist. Es scheint als lebten wir meist überall nur nicht im Moment. Etwas lustiges und aufmunterndes dazu stand übrigens Gestern in der Zeitung. Es wurde eine Studie gemacht welche Städter am langsamsten gehen. Und von 30 ausgewählten Städten war Bern zusammen mit einer Stadt in Afrika und einer irgendwo in Südostasien am Schluss dieser Studie. Es gibt also doch noch Plätzchen, sogar in der Schweiz, wo man sich ein bisschen mehr Zeit nimmt:-)
(Simone Frei LG04D)
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