Donnerstag, 10. Mai 2007

Selbstverständlichkeit der Vernetzung

Die Frage nach Vernetzungen bezüglich Arbeit eine sehr spannende, aber leider oft vernachlässigte Frage. Wie kommt der Strom in unsere Steckdose und wer ist daran beteiligt damit das Licht „immer“ angeht? Vernetzungen sind auch im Bekanntenkreis vorhanden. Mit wem habe ich welche Art von Beziehung und was mache ich für diese Beziehung? Solche Fragestellungen sollen in diesem Blog beantwortet werden und mit dem Gruppenblogthema Klima in Verbindung gebracht werden.

Wenn Menschen den Lichtschalter betätigen, überlegen sie in den meisten Fällen nicht, was nötig ist, damit die Birne brennt. Elektrizität, als auch andere Ware, ist in unseren Breitengraden zu Selbstverständlichkeit geworden. Man zahlt die Dienstleistung und bedenkt kaum die Umstände der Produktion. Doch auch diese Selbstverständlichkeit verdient gelegentliche Bewusstwerdung und Wertschätzung.
Die Vernetzung von Arbeitskräften welche es benötigt, damit der elektrische Strom bis in unsere Dosen gelangt, ist riesig. Viele Menschen sind sich wohl bewusst, dass der Strom in einem Kraftwerk produziert wird. Dort braucht es Arbeiter, die das Werk unterhalten, so dass die Produktion nahtlos vonstatten geht. Bauarbeiter ziehen nach dem Kraftwerk Leitungen über- und unterirdisch in die Verteilstationen. Auch in der Station braucht es wieder Menschen, die es warten und betreuen. Zwischen Verteilstation und dem zu Hause müssen Stromleitungen verlegt werden, welche in den meisten Fällen unter der Strasse angebracht sind. Schlussendlich zieht der Elektriker die Kabel in alle Steckdosen. Damit ist aber die Vernetzung der Arbeitskräfte noch lange nicht vollständig erklärt, denn alle Materialien für die obenerwähnten Produkte müssen zuerst hergestellt werden. Die Kupferkabel, das Turbinenrad im Kraftwerk, die Transistoren in den Verteilerstationen und vieles mehr müssen zuerst produziert werden, wofür es ebenfalls Arbeiter braucht. Und auch diese Vorgänge werden in Werkstätten vollzogen, welche von weiteren Menschen gebaut werden müssen. Die Vernetzung ist somit endlos.
Die erwähnte Vernetzung von Arbeitern ist nur ein sehr kleiner Ausschnitt eines riesigen Systems. Und wenn nur eine Verbindung dieses System unterbrochen wird, brennt die Birne schon nicht mehr. Ich nenne dieses funktionieren des Systems eine menschliche Meisterleistung. Jeder verlässt sich auf den anderen und in den meisten Fällen läuft dieser Prozess reibungslos. Wenn ich also elektrischen Strom gebrauche, ist ein unvorstellbare Menschenmenge daran beteiligt. Sie alle Arbeiten für mich und ich arbeite wiederum in anderen Systemen für sie, direkt und indirekt. Das ganze Zusammenspiel grenzt meiner Meinung nach an ein organisatorisches Wunder.
Auch im Bekanntenkreis gibt es diese Vernetzungen. Wem ist es nicht schon so ergangen, dass man in einer Situation Menschen trifft, bei welchem wir es für unmöglich halten, dass sie unsere besten Freunde kennen. So ist es mir schon ergangen, dass ich auf einem anderen Kontinent jemand kennen lernte, welcher meinen besten Freund gut kennt. Ich bin dabei immer sehr erstaunt, welche Wege das Leben geht.
Die Vernetzung des Klimawandels mit meinem Leben ist sehr gross, denn jedes Mal wenn ich elektrischen Strom benötige, trage ich zum Treibhauseffekt bei. Unser Strom kommt zu etwa einem Viertel aus dem Ausland und dieser wird zum Teil immer noch mit Kohle und fossilen Brennstoffen erzeugt, welche CO2 in grossen Mengen an die Umwelt abgeben. Somit trage ich durch meinen Stromverbrauch indirekt zum Klimawandel bei. Dieses vernetzte Denken bringt mich dazu, durch kleine Massnahmen mein Stromverbrauch zu senken. Wie der dritte Klimabericht der Vereinten Nationen zeigt, ist es jetzt höchste Zeit, dass sich alle um die Folgen des Klimawandels verantwortlich zeigen. Um diese Verantwortlichkeit auszulösen ist das vernetzte Denken von elementarer Bedeutung.

2 Kommentare:

Stesi hat gesagt…

Auch mir geht es vielfach so, dass ich mir im Alltag nicht überlege, woher die Dinge kommen. Wir Menschen sind beruhigt, wenn alles seinen Platz hat und es ohne Fehl und Tadel funktioniert. Vielfach bemerkt man es erst, wenn das System eine Lücke aufweist, wie vernetzt eigentlich alles ist. Diese Woche zum Beispiel ist in Winterthur der Strom ausgefallen. In diesem Moment haben sich vermutlich viele Leute überlegt, wie das passieren konnte. Meistens denken wir erst dann nach, woher unser Strom kommt und wer alles in diesen Prozess eingebunden ist. Nehmen wir uns doch in unserem hektischen Alltag einmal Zeit darüber nachzudenken, woher unseren alltäglichen Produkte stammen und wer alles daran beteiligt ist oder war.

Stefanie Dudler, LG04 A

Anonym hat gesagt…

Deine Gedanken zur Elektrizität mit dem Brückenschlag zum Klimawandel haben mich beeindruckt. Ich wusste nicht, dass der Stromverbrauch im direkten Zusammenhang mit dem Treibhauseffekt steht. In diesem Sinne hast du mich gerade "erzogen", und ich nehme mir vor, mein Verhalten bezüglich Lampe on/off in meinem Alltag bewusster zu gestalten. Danke, Mäge, für diesen Input!

Ich nehme noch einen anderen Punkt aus deinem Text auf: die Vernetzung aus dem Bekanntenkreis. Es ist wirklich erstaunlich, wie oft wir die Kreise erkennen können, die ein Mensch, den wir vielleicht neu kennen gelernt haben, mit sich bringt, wenn wir meistens per Zufall darauf zu sprechen kommen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeitsrechnung dieses Phänomen faktisch belegen kann, stehe ich meistens staunend und vewundert vor dieser Tatsache und denke doch jedes Mal: "Die Welt ist ein Dorf."

Paul Quan LG 04/E