Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass, wenn jemand mehr als sieben Menschen auf dieser Welt kennt, er oder sie durch die diese Verbindungen mit allen Menschen auf der Welt in Kontakt steht. Ich kann nicht sagen, ob diese Aussage stimmt, jedoch beeindruckt mich diese Behauptung, sollte sie wahr sein.
Vernetzungen mit anderen Menschen sind im Alltag überall zu erkennen. Ich habe mir vorgenommen, einen ganzen Tag lang ganz bewusst darauf zu achten, welchen Menchen ich begegne und was für eine Bedeutung sie für mich haben. Beginnen wir also am Morgen: Ich stehe auf und mache mir einen Café (Bauer, Transport, Herstellung, Wasser, Elektrizität, Kaffeemaschinenherstellung, Handel etc.). Danach geht es ab unter die Dusche (Wasseraufbereitung, Rohrverlegungen, Unterhalt, Sanitär etc.).
Bevor ich zur Bushaltestelle haste, fische ich mir noch die Morgenzeitung aus dem Briefkasten (Zeitungsredaktion, Fotografen, Papierherstellung, Druckerein, Post etc.). Hastig eile ich zum wartenden Bus und löse meinen Fahrschein (Autoherstellung, Unterhalt, Chauffeur, Automatentechniker etc.).
Beim Bahnhof angekommen überfällt mich bereits wieder die erste Müdigkeit und ich hole mir noch rasch einen zweiten Café (Vernetzung siehe oben beim Morgencafé...) und warte dann mit einer Zigarette (Plantagenarbeiter, Tabakindustrie, Transport, Handel etc.) am Bahnhofquai auf den Zug. Hier treffe ich die ersten Studis von der PH an. Der allgemeine Smalltalk setzt ein und beim Eintreffen in Rorschach bin ich wieder up to date, was Abgabetermine, Modulnachweiskriterien und das Neueste vom PHR-Buschtelefon anbelangt (die werte Leserschaft mache sich selber ein Bild davon, was hierbei wichtig war oder nicht...).
Der Zug fährt ein und das übliche Gedränge beginnt wie jeden Morgen (SBB, Zugpersonal, Gleisunterhalt, Elektrizität etc.). Endlich am Ziel (meiner Träume!) öffne ich die schwere Pforte des Haupteingangs und trete über die Schwelle in die PH ein (Hauswartsdienst, Dozentenschaft, ICT-Support, Studentenschaft, Mensabetrieb, Bibliothek etc.)
Hier höre ich auf mit meiner Aufzählung von Vernetzungen aus meinem "stinknormalen" Alltag. Die Liste könnte ich endlos weiterführen und würde wahrscheinlich noch viele Verbindungen vergessen, die mir aber im alltäglichen Leben sofort auffallen und vielleicht auch fehlen würden, sollten sie nicht vorhanden sein. Ich bin Mensch; und der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Der Link zu unserem Gruppenblogthema Klimawandel: Ich nehme hier das Paradebeispiel der Metrologen, die jeden Tag eine unglaubliche Leistung vollbringen, um uns eine Wettervorhersage zu bieten. Wer sich mal mit der Verteilung der vielen metrologischen Messstationen und den komplizierten Berechnungen befasst hat, wird unschwer erkennen, dass die Arbeit in diesem Bereich immens ist. Ich meine, es ist ja nicht nur so, dass die Metrologinnen und Metrologen uns sagen, ob wir am nächsten Tag einen Regenschirm mitnehmen oder die Schulreise absagen müssen. Nein, es geht um sehr viel mehr: Unwetterwarnungen, Klimawandelstudien, Datenverarbeitungen und -vergleiche etc.
Um die Bedeutung der klimabezogenen oder der alltäglichen Vernetzungen kurz zu fassen: solange es so läuft und funktioniert, wie wir es gewohnt sind, bemerken wir es nicht. Es fällt uns erst auf, wenn etwas fehlt!
Donnerstag, 10. Mai 2007
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1 Kommentar:
Zu Deinem ersten Absatz: Es gibt da eine sogenannte "Small World-Hypothese", oder anders gesagt, jeder kennt jeden über nur 6 Ecken.
Einen interessanten Artikel darüber findest Du in der FAZ unter http://www.faz.net/s/Rub21DD40806F8345FAA42A456821D3EDFF/Doc~ECAF6C089785843289CEB6E72B8B6641A~ATpl~Ecommon~Scontent.html
... oder demnächst vielleicht mal in meinem Blog. ;o)
Gruss Andreas
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