Seit jeher ist das Verhältnis des Menschen zur Natur durch ein emotionales Spannungsfeld zwischen Angst und Faszination geprägt. Und der Mensch hat die Natur seit jeher genutzt, sich ihrer Ressourcen bedient. Wenn ich mir ganz bewusst Zeit nehme, die Natur auf mich wirken zu lassen, so denke ich weder an Naturnutzen noch an bedrohliche Naturkatastrophen, sondern bin einfach nur fasziniert. Ich gehe dann achtsam und mit offenen Augen und Ohren durch den Wald oder über die Felder und staune über die Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt, bin hingerissen von den vielen kleinen Details, die im Vorbeigehen normalerweise einfach ungeachtet bleiben und bin überwältigt von einem unglaublich komplexen und vernetzten System, das unsere Natur darstellt. Sie ist ein ausgeklügeltes System, das wohl selbst die Wissenschaft nie vollends in ihrer Komplexität erfassen wird. Mit der Faszination kommt die Dankbarkeit angesichts der wertvollen Leistungen, welche die Natur für die Menschen vollbringt. Aber auch Dankbarkeit über die Schönheit der Natur. Sie macht das Leben irgendwie lebenswert. Tiere und Blumen, Früchte und Bäume – sie dienen uns nicht nur als Nahrungsquellen, sondern bereichern unsere Welt mit ihrer Farbenpracht und ihrem Duft und ihrem Geschmack. Ohne sie wären wir auf jeden Fall ärmer.
Der Mensch ist ein Teil der Natur – er ist damit auch abhängig von ihr, sie ist unsere Lebensbasis, unser Zuhause, wir haben keine zweite Erde. So ist und sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, sie zu schützen und zu behüten, denn sie ist unser Leben. Für mich ist die Natur ein Wert, den man mit Gold nicht aufwiegen kann. Es gibt absolute Werte, die weder einem Wandel unterliegen noch auf einer Skala verewigt werden können. Dazu gehört der Wert der Natur.
Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Natur nicht nur brauchen, um physisch zu überleben, sondern genauso dringend für unser seelisches und psychisches Wohlergehen. Daraus wachst auch das Bedürfnis, zwischendurch aus den Siedlungsgebieten hinaus und von den geteerten Strassen weg in Erholungsräume zu gehen, aus dem schnellen Tempo der Zivilisation auszusteigen, um nachzudenken und Körper, Geist und Seele „auszulüften“.
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3 Kommentare:
Du sprichst mir aus dem Herzen.
Ich bin auch der Überzeugung, dass wir die Natur nicht umgehen können. Um als menschliches Wesen im Gleichgewicht zu bleiben, ist es unerlässlich, dass wir uns in die Natur integrieren und diese als einen Teil von uns anschauen.
Viele psychische Erkrankungen basieren auf einem Ungleichgewicht der menschlichen Ganzheit. Wir sind ein Zwischenresultat einer biologischen Entwicklung und können unseren "natürlichen Ursprung" nicht ausblenden. Die natürlichen Bedürfnisse sind uns in die Wiege gelegt und dürfen nicht umschifft werden, da sonst ein fundamentales Ungleichgewicht droht.
Oliver Riederer LGE 04
Ich finde deine Überlegungen wirklich sehr gut und finde auch, dass wir die Natur für unser seelisches und psychisches Wohlergehen sehr wichtig ist. Für mich ist die Natur ein Fluchtort vor dem Alltagsstress und eine „Energietankstelle“. Wir sollten uns umbedingt mehr Zeit nehmen, um uns an den Schönheiten der Natur zu erfreuen.
Wow, ich muss dir ein Kompliment machen, wie du das System und den Wert der Natur beschreibst. Ich war gerührt von deinem Post.
Auch ich denke, dass das Bewusstsein für eine nachhaltige Zukunft nur mit der Bereitschaft der eigenen Interaktion mit der Natur stattfinden kann. Erst wenn man den Wert der Natur erkennt und schätzt, kann eine Verantwortung entstehen. In der heutigen Zeit sind wir "leider" nicht mehr direkt von der Natur abhängig. Bauern bringen die Milch und das Gemüse zum Händler. Wir müssen nur noch in den Supermarkt gehen, um die Früchte der Natur zu ernten. In diesem Sinne wünsche ich allen eine intime Auseinandersetzung mit der Natur.
Markus Meister LG04E
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